Ein weiterer Gastro-Gründerpreis-Gewinner gibt sich die Ehre. Im letzten Jahr haben sie viel gelacht, getrunken und getanzt, aber auch dazugelernt. Zum Starken August teilt seine gewonnenen Erkenntnisse und gibt uns einen vielversprechenden Ausblick. Vorhang auf für die vielseitigen Antworten von Zum Starken August:

 

Wie habt Ihr Euer Konzept seit dem Gewinn des Gastro-Gründerpreises 2016 im letzten Jahr weiterentwickelt?

Das Konzept ist im Grunde nahezu unverändert. Einzelne Abläufe wurden und werden stetig weiter optimiert und einzelne Verantwortungsbereiche wurden ans Führungspersonal übergeben.

 

Was unterscheidet Zum Starken August von anderen Berliner Bars und Kneipen?

Ehrlich gesagt, kennen wir selbst nicht so viele andere Bars. Wir orientieren uns auch nicht an anderen und machen in erster Linie das, worauf wir selbst Lust haben. Ganz egal, wer in die Bar kommt, wir machen keinen Unterschied zwischen „Touri“ oder „Einheimischem“, ob die Sängerin Peaches, Gregor Gysi oder sonst wer an der Bar sitzt, für uns ist prinzipiell erstmal jeder gleich. Vielleicht ist es unter anderem genau das, was unsere Gäste oft auch so lobend als authentisch bezeichnen!

 

Welche Highlights wird die Eventschmiede Zum Starken August in Zukunft ausspucken?

Jedes Wochenende ist ein Highlight für sich, da wir IMMER unterschiedliche Künstler aus der ganzen Welt und aus den verschiedensten Bereichen auf unserer Bühne haben. Kein Wochenende ist wie das andere und selbst unter der Woche sind die wechselnden Biere in Verbindung mit dem Montags-Bingo oder den „stillen-Show-Installationen-Mittwochs“ auch immer einen Besuch wert.

 

Wildes Bingo, Burlesque, Porno-Karaoke. Werden die Menschen immer erlebnishungriger?

Ich glaube die Menschen lieben es gute Drinks in einer abwechslungsreichen und angenehmen Atmosphäre zu genießen. Unser Job als Barbetreiber ist es nicht Getränke zu verkaufen – das macht jeder Spätkauf. Unser Job ist es, unseren Gästen und auch unseren Barkeepern eine Gute Zeit bei uns zu bescheren. Wild Bingo, Burlesque und Porno-Karaoke sind die perfekte Abwechslung zu dem sonst oft so tristen und grauen Alltag.

„Wir verbringen mit unseren Kollegen mehr Zeit als mit unserer Familie.“

Im April eröffnet Ihr einen zweiten Standort mit dem großartigen Namen “Toast Hawaii”, was hat es damit auf sich?

Aus Smalltalk und Rumgealber heraus entstand die Idee, nur wenige 100 Meter entfernt einen weiteren Laden zu eröffnen. Die Möglichkeit dort mit vorhandenem Schallschutz lauter als im August zu sein, dadurch länger zu öffnen, ein anderes Level an Entertainment zu bieten und für uns selbst eine Bar und einen Club zu kreieren, in den wir selbst auch gerne gehen würden, das war eine verlockende Herausforderung. Trotz attraktiver Lage sind dort alle Betreiber der letzten 10 Jahre pleite gegangen. Ein jetziger Indoor-Tagesmarkt, der viele kreative Designer und Künstler wieder temporär zurück in den Prenzlauer Berg bringt, der sich ab 19 Uhr in einen Barbetrieb verwandelt und ab 22 Uhr als Club einlädt und dadurch ein nahtloses Konzept beinhaltet, ist das vorläufige Ergebnis – eine Neo-Superpower-Bar, ein Spielplatz für Erwachsene. Wir schauen zuversichtlich in die Zukunft und sind bereits jetzt super dankbar über das Feedback der vielen Kreativ-bunten-Herzmenschen, die das gleiche Potenzial in den Räumlichkeiten erkennen wie wir. Hier ist genug Raum für Abwechslung, Spaß und für die Liebe für Besonderes.

 

Auch ein dritter Standort ist bereits in Planung. Wie gelingt so ein gesundes, kontinuierliches Wachstum?

Man könnte jetzt von Mut, von Risikobereitschaft und von vielen anderen wichtigen unternehmerischen Eigenschaften sprechen, die man haben sollte, aber das alles ist nichts, wenn man nicht ein starkes Team hat. Wir lieben unsere Mitarbeiter und Barkeeper, sie sind der Grund dafür, dass wir mutig sein können, dass wir uns sicher fühlen: Stefan, Sophie, Holly, Ron, Nina, Massi, Betty, Don und alle weiteren Personen, die mit uns gemeinsam das aufbauen, halten uns den Rücken frei. Unser Job ist es, ihnen den Rücken zu stärken. Wir verbringen mit unseren Kollegen mehr Zeit als mit unserer Familie. Um kontinuierliches Wachstum zu generieren, müssen wir den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge behalten, nicht (nur) auf die Zahlen, sondern in erster Linie auf die Menschen, die sie generieren.

 

Warum wird Craft Beer Eurer Meinung nach immer beliebter?

Craft-Biere beinhalten eine Vielfalt verschiedenster Geschmacksrichtungen, sie sind größtenteils ehrlich und besonders, auch weil es manchmal einmalig nur wenige 100 Liter eines Suds gibt. Die Experimentierfreude der Brauer überträgt sich definitiv auch auf die Konsumenten.

„Unser Job als Barbetreiber ist es nicht Getränke zu verkaufen – das macht jeder Spätkauf.“

Bier macht bekanntlich hungrig. Werdet Ihr zukünftig auch etwas zum Essen anbieten?

Die Umbaumaßnahmen für einen Küchenbetrieb sind enorm aufwendig. Aktuell ist es nicht in der Planung Speisen anzubieten. Einer Kooperation jedoch oder einer Gelegenheit, einen eigenen Foodladen in unmittelbarer Nähe zu eröffnen, würden wir jederzeit offen gegenüberstehen.

 

Berlin ist Vorreiter der Craft-Beer-Bewegung. Glaubt Ihr, dass das Craft Beer in Zukunft auch weitere Städte in Deutschland erobern wird?

Berlin ist ja bekanntlich mit vielen Bewegungen und Trends der Vorreiter. Sofern Logistik und Preis-Leistungs-Verhältnis für die kleinen Brauereien umsetzbar sind, wird sich das Craft Beer immer seinen Weg suchen, auch wenn oder gerade weil man sich über Geschmack ja bekanntlich gut streiten kann.

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