Die KassenSichV 2020 besagt, dass alle Kassensysteme eine TSE haben müssen. Was steckt dahinter? Und was bedeutet das für die Gastronomie?

Seit Januar 2020 gilt in Deutschland die Kassensicherungsverordnung (kurz: KassenSichV). Sie betrifft alle Unternehmen, die mit digitalen Kassensystemen oder Registrierkassen arbeiten. Wenn Du in Deinem Betrieb eine digitale Kasse hast, dann betrifft sie also auch Dich als Gastronomen.

Im Zuge der Kassensicherungsverordnung wurden die Richtlinien an die Kassenführung erweitert und neue Anforderungen an digitale Aufzeichnungen gestellt: Es gilt die Kassenmelde- und Belegausgabepflicht. Außerdem müssen alle digitalen Kassensysteme eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (kurz: TSE) haben. Wir erklären Dir, was das bedeutet.

Update 11.08.2020:

Frist für die TSE verschoben – Nichtbeanstandungsregelung kann sich bis 31.03.2021 verlängern

Trotz Einwände des BMF entschieden sich die Bundesländer für eine erneute Verschiebung der Frist für die TSE in Kassen. Die Gründe sind die gestiegenen Anforderungen an Kassenanbieter durch die Mehrwertsteuersenkung. Doch Vorsicht – in vielen Fällen muss eine TSE-fähige Kasse bereits bis Ende September (30.09.2020) bestellt sein, um nicht bei der nächsten Kassennachschau in den Fokus der Prüfer zu gelangen.

In manchen Bundesländern ist die Frist der Bestellung einer TSE-fähigen Kasse sogar der 31.08.2020. Namentlich ist das so in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Rheinlandpfalz.

Die Frist für die TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) wurde zuerst auf den 30. September 2020 verschoben. Ursprünglich sah der Gesetzgeber vor, dass alle digitalen Kassensysteme ab dem 1. Januar 2020 mit einer TSE ausgestattet sein müssen. Schnell wurde jedoch klar, dass es nicht möglich ist, diese Frist einzuhalten. Zum einen, weil nicht rechtzeitig kommuniziert wurde, wie genau die TSE aussehen soll. Zum anderen, weil die TSE vor Inbetriebnahme einen langen Zertifizierungsprozess durchlaufen muss. Der Gesetzgeber räumt deshalb die neue Frist ein. Alle Informationen zur technischen Sicherheitseinrichtung findest Du hier.

Das erwartet Dich in diesem Artikel zum Thema TSE:

Was ist die technische Sicherheitseinrichtung?

Warum müssen Kassen über eine TSE verfügen?

Wie funktioniert die TSE?

Wie wird die TSE in Deine Kasse integriert?

Was hat es mit der Zertifizierung der TSE auf sich?

TSE: Was hast Du zu tun?

 

 

Was ist die technische Sicherheitseinrichtung?

Die technische Sicherheitseinrichtung (kurz: TSE) ist eine technische Schutzmaßnahme vor Manipulationen an digitalen Aufzeichnungen. Mithilfe der TSE soll verhindert werden, dass die Aufzeichnungen, die Du mit Deinem Kassensystem tätigst, nachträglich geändert oder gelöscht werden. Die Verpflichtung zu einer TSE ist Teil der Kassensicherungsverordnung, die seit 2020 in ganz Deutschland gilt. Neben der Belegausgabepflichtund der Kassenmeldepflicht ist die TSE der zentrale Bestandteil der Kassensicherungsverordnung. Das heißt: 2020 müssen alle digitalen Kassensysteme und Registrierkassen eine zertifizierte TSE haben!

So funktioniert die Technische Sicherheitseinrichtung, kurz TSE

Schema für die TSE

Warum müssen Kassen über eine TSE verfügen?

Manipulationen an digitalen Kassen machen Steuerhinterziehung und Schwarzgeld möglich – das ist gerade in der Gastronomie keine Seltenheit. Oft kommt es vor, dass steuerrelevante Daten in elektronischen Aufzeichnungssystemen geändert werden. Von der Finanzverwaltung kann das nur schwer überprüft werden. Hier soll die TSE helfen: Um Manipulationen an elektronischen Kassensystemen zu verhindern, soll sichergestellt werden, dass alle Einzelaufzeichnungen fehlerfrei und vollständig gesichert werden. Und das geht mit einer Kasse, die eine zertifizierte TSE hat, am besten. Außerdem soll die Finanzverwaltung dank der TSE schnell und einfach auf Deine gespeicherten Daten zugreifen können..

Die konkreten Anforderungen an die technische Sicherheitseinrichtung wurden von dem BSI entwickelt und sind in der technischen Richtlinie TR-03153 festgehalten.

Wie genau funktioniert die TSE?

Wie genau die digitalen Grundaufzeichnungen in einem elektronischen Aufzeichnungssystem geschützt werden wird im § 146a (1) der Abgabenordnung definiert. Die detaillierten Vorgaben an die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung wurden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufgestellt und sind in der technischen Richtlinie TR-03153 festgehalten. Das BSI schreibt vor, dass die TSE aus diesen drei Bestandteilen bestehen muss: 

1. Das Sicherheitsmodul der TSE

Das Sicherheitsmodul besteht aus zwei Komponenten: Der SMA (Secure Module Application) und der CSP (Crypto Service Provider). Mit dem Sicherheitsmodul soll sichergestellt werden, dass alle Eingaben mit Beginn der Aufzeichnung vollständig protokolliert werden. Zudem sorgt das Sicherheitsmodul dafür, dass Deine Aufzeichnungen im Kassensystem nachträglich nicht mehr unbemerkt geändert oder gelöscht werden.

2. Das Speichermedium der TSE

Laut GoBD musst Du alle digital getätigten Aufzeichnungen für eine Dauer von 10 Jahren speichern. Das Speichermedium der technischen Sicherheitseinrichtung soll garantieren, dass diese gesetzliche Aufbewahrungsfrist eingehalten wird.

3. Die einheitliche digitale Schnittstelle der TSE

Die digitale Schnittstelle ist eine Art Exportschnittstelle. Sie soll eine reibungslose Datenübertragung sicherstellen. Alle gespeicherten Aufzeichnungen sollen dank der einheitlichen digitalen Schnittstelle schnell und einfach zum Export zur Verfügung gestellt werden können – vor allem für das Finanzamt.

 

Wie wird die TSE in Deine Kasse integriert?

Für die Umsetzung der TSE ist jeder Kassenhersteller verantwortlich. Das heißt: Um weiterhin gesetzeskonform zu sein, müssen sich die Hersteller für Kassensysteme um eine individuelle technische Lösung kümmern.

Gastronomin hinter Tresen mit einer iPad-Kasse, die eine TSE hat.

Spätestens ab Ende 2020 müssen alle Kassen mit einer TSE ausgestattet sein.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Kassensoftware um eine TSE zu ergänzen:

1. Die TSE als Cloud

Bei Kassensystemen mit einer TSE als Cloud werden alle Grundaufzeichnungen automatisch über das Internet in einer Cloud gespeichert. So kannst Du jederzeit und von überall auf die Daten zugreifen.

2. Die TSE als Hardware

Die TSE kann ein zusätzliches Speichermedium sein – z.B. ein USB-Stick oder eine SD-Karte. Alle notwendigen Grundaufzeichnungen werden also auf einem externen Speicher erfasst und gesichert

Vorteile einer Online-TSE gegenüber einer Hardware:

  • bei einer Online-TSE ist keine aufwendige Installation notwendig
  • der Speicherplatz ist unbegrenzt
  • alle Daten sind in einem Daten-Center mit Sicherungskopien gesichert

Die Kassensoftware von orderbird bietet eine Online TSE für 99 € jährlich mit KassenSichV-Garantie an. Alle Informationen dazu findest Du auf unserer Website: Online TSE

Egal ob TSE als Hardware oder Cloud: Jeder Kassenhersteller ist dafür verantwortlich, eine für sein Kassensystem passende Lösung zu finden, um die technischen Richtlinien zu erfüllen. Denn um weiterhin auf dem Markt bestehen zu können, müssen sich die Hersteller darum kümmern, ihre Kassen um eine TSE zu ergänzen. Wichtig ist, dass die TSE vom BSI zertifiziert wird!

 

Was hat es mit der Zertifizierung der TSE auf sich?

Laut Kassensicherungsverordnung geht es nicht nur darum, dass alle Aufzeichnungssysteme eine technische Sicherheitseinrichtung haben – die TSE muss auch zertifiziert werden. Mit der Zertifizierung soll sichergestellt werden, dass die TSE alle Anforderungen erfüllt. Da die technischen Richtlinien an die TSE von dem BSI aufgestellt wurden, ist das BSI auch für die Zertifizierung zuständig.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass viele glauben die gesamte Kasse muss zertifiziert werden. Das ist falsch! Es geht nur darum, dass die technische Sicherheitseinrichtung zertifiziert wird.

 

TSE: Was hast Du zu tun?

Du als Gastronom musst Dir keine Sorgen machen, denn um die TSE und ihre Zertifizierung muss sich der Kassenhersteller kümmern.

Wir empfehlen Dir lediglich, Dich rechtzeitig mit Deinem Kassenanbieter in Verbindung zu setzen: Erkundige Dich, ob die Kasse, mit der Du arbeitest, alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen wird. Wird sie rechtzeitig eine TSE haben? Sollte dies nicht der Fall sein, musst Du Dich bald um ein neues Kassensystem kümmern. Da mit einem hohen Ansturm und Lieferengpässen gerechnet wird, ist es sinnvoll, sich bereits jetzt abzusichern.

 

Diese Fristen gibt es:

Für die Umstellung der Kassen hat der Gesetzgeber eine Frist bis zum 1. Januar 2020 gesetzt. Diese Frist wurde nun verlängert: Bis Ende September 2020 müssen alle Kassensysteme mit einer TSE ausgestattet sein. Das heißt für Dich als Gastronomen, dass Du ab September 2020 nur dann mit einem digitalen Kassensystem arbeiten darfst, wenn es über eine TSE verfügt. Es gibt aber auch eine Schonfrist: Du kannst mit Deiner Kasse noch bis Ende 2022 arbeiten, wenn es baulich und technisch nicht möglich ist, eine TSE zu integrieren. Wir empfehlen Dir aber, Dich rechtzeitig bei Deinem Kassenhersteller zu informieren und Dich gegebenenfalls schon jetzt um eine neue Kasse zu kümmern. So kannst Du böse Überraschungen vermeiden und Deine gesamten Arbeitsprozesse rechtzeitig optimieren.

Alle Bestandteile der Kassensicherungsverordnung auf einem Blick – darunter auch die TSE.

Entscheide Dich jetzt für ein Kassensystem, das finanzamtkonform ist und eine TSE haben wird. So sparst Du Dir unnötigen Stress bei der Kassennachschau oder Hinzuschätzungen bei der Betriebsprüfung. Wir beraten Dich gerne und erklären Dir, was für Dein Kassensystem wirklich wichtig ist – gerade in Bezug auf die KassenSichV. Fülle einfach das unten stehende Formular aus und wir setzen uns umgehend mit Dir in Verbindung, denn wir möchten Dich als Gastronomen mit unserem Produkt bestens auf die KassenSichV vorbereiten.

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