Du willst die Fußball-WM 2026 live in Deiner Gastronomie zeigen und Deinen Gästen unvergessliche Abende bieten? Gute Entscheidung. Vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 läuft in den USA, Kanada und Mexiko die erste Weltmeisterschaft mit 48 Teams und 104 Spielen. Mehr Fußball als je zuvor, viele Partien in deutscher Abend- und Nachtzeit, und genau das ist Deine Chance: volle Tische, neue Stammgäste und ein starker Sommer.
Was Du beim Public Viewing in der Gastronomie beachten musst, zeigen wir Dir Schritt für Schritt.
- Was Public Viewing rechtlich bedeutet
- Zeitzonen und Anstoßzeiten bei der WM 2026
- Außenbereich planen
- Anmeldung und FIFA-Lizenz
- Streaming und TV-Übertragung
- GEMA-Gebühren
- Marketing über Social Media
- Speisen und Getränke
- Zahlungsabwicklung bei Andrang
- FAQ
- Fazit
Was Public Viewing rechtlich bedeutet
Public Viewing ist die öffentliche Übertragung von Großveranstaltungen auf Bildschirmen oder Leinwänden. In Deiner Gastronomie heißt das: Deine Gäste erleben die WM-Spiele nicht allein zu Hause, sondern gemeinsam bei dir oder mit Dir. Die Atmosphäre macht den Unterschied: das gemeinsam Jubeln, Bangen und Feiern.
Rechtlich unterscheidet die FIFA zwischen kommerziellem und nicht-kommerziellem Public Viewing.
Nicht-kommerzielles Public Viewing liegt vor, wenn Du keinen Eintritt nimmst, keine Sponsoring-Deals nutzt und Speisen und Getränke zu Deinen normalen Preisen verkaufst. Ein regulärer Gastro-Betrieb, bei dem nebenbei die Spiele laufen, zählt in der Regel dazu.
Kommerzielles Public Viewing beginnt, sobald Du Eintritt verlangst (auch indirekt, etwa über Mindestverzehr oder Preisaufschläge) oder das Event mit Sponsoren vermarktest. Dann brauchst Du eine kostenpflichtige FIFA-Lizenz.
Gute Nachricht vorab: Die Bundesregierung hat eine „Public-Viewing-Verordnung” zur WM 2026 beschlossen. Sie erlaubt Kommunen, Ausnahmen vom nächtlichen Lärmschutz zu gewähren, damit Du die Spiele auch nach 22 Uhr im Freien zeigen kannst. Die Verordnung gilt bis zum 31. Juli 2026.
Zeitzonen und Anstoßzeiten bei der WM 2026
Die WM 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt. Die Zeitverschiebung zu Deutschland liegt bei sechs bis neun Stunden, je nach Spielort. Das wirkt sich direkt auf die Anstoßzeiten aus, die bei Dir im Lokal laufen werden.
Das sind die häufigsten Anstoßzeiten in deutscher Ortszeit:
- 21 Uhr: 19 Spiele
- 22 Uhr: 10 Spiele
- 0 Uhr: 9 Spiele
- 3 Uhr: 12 Spiele
Das ist Dein Spätgeschäft in Reinform. Statt der Nachmittags-Übertragungen wie bei der EM 2024 laufen viele WM-Partien in der Prime Time, andere mitten in der Nacht. Für Dich bedeutet das: Überlege früh, welche Spiele Du zeigen willst, wie lange Du öffnest, wie Du Personal und Angebot darauf ausrichtest. Ein Late-Night-Paket mit Snack und Getränk kann genau das sein, was Deine Gäste beim 3-Uhr-Spiel suchen. In MY orderbird siehst Du schon nach dem ersten Spieltag, welche Artikel und Spiele am besten laufen, und kannst Dein Angebot täglich nachjustieren.
Außenbereich planen
Wenn Du einen Außenbereich hast, nutze ihn. Die WM 2026 fällt mitten in die warme Jahreszeit – laue Abende im Biergarten sind die beste Bühne fürs gemeinsame Fußballerlebnis.
Plane genügend Sitzmöglichkeiten und denke an Schirme oder Zelte. Die schützen nicht nur Deine Gäste, sondern auch die Technik vor der Sonne oder plötzlichen Regenschauern. Achte auf freie Sicht von jedem Platz auf den Bildschirm und auf breite Laufwege für Dein Personal. Ein gut platzierter Barausschank hält die Wege kurz. Mit Kartenzahlung auf dem Smartphone kassierst Du zusätzlich direkt am Tisch, ohne dass sich vor dem Tresen eine Schlange bildet.
Bei Nachtspielen kommen zwei Faktoren dazu. Erstens Beleuchtung: Nach Abpfiff sollen Deine Gäste noch gemütlich sitzen können, nicht im Dunkeln suchen. Zweitens Temperatur: Juni- und Juli-Nächte können überraschend kühl werden, Heizpilze oder Decken sorgen dafür, dass niemand vor dem Elfmeterschießen aufbricht.
Und vergiss nicht die Personalplanung. Bei Halbzeit und nach dem Abpfiff kommen die Bestellungen im Block. Mit Funkbonieren oder einem QR-Bestellsystem nimmst Du Dir und Deinem Team Druck raus und hältst die Wartezeiten kurz.
Anmeldung und FIFA-Lizenz
Bevor die erste Flanke fliegt, solltest Du zwei Dinge geklärt haben: Welche Lizenz brauchst Du, und welche Genehmigungen verlangt Deine Kommune?
FIFA-Lizenz: Für nicht-kommerzielles Public Viewing im normalen Gastro-Betrieb (keine Eintrittsgelder, kein Sponsoring, normale Preise) brauchst Du keine kostenpflichtige Lizenz. Die FIFA verlangt aber auch in diesem Fall eine Anmeldung. Das läuft über das offizielle Portal publicviewing.fifa.org. Dort gibst Du Veranstaltungsort, erwartete Besucherzahl, Datum und kommerzielle Ausrichtung an.
Kommerzielles Public Viewing (Eintritt, Sponsoring, Preisaufschläge) ist lizenzpflichtig. Die FIFA empfiehlt mindestens vier bis sechs Wochen Vorlauf, bei größeren Events drei Monate.
Kommunale Genehmigungen: Außenbereich, Lautstärke, Sondernutzung der Fläche, das regelt jede Stadt anders. Ruf bei Deinem Ordnungsamt an und frag konkret nach dem, was Du vorhast. Die meisten Behörden sind bei der WM hilfsbereit – reiche die Unterlagen aber früh ein.
Tipp: Notiere Dir alle Fristen direkt, wenn Du sie erfährst. Kurz vor Turnierstart willst Du nicht mehr telefonieren müssen.
Streaming und TV-Übertragung
Jetzt zur Technik. Du brauchst eine zuverlässige Internetverbindung, passende Hardware und einen legalen Zugang zu den Spielen.
So sind die TV-Rechte für die WM 2026 in Deutschland verteilt:
- MagentaTV (Telekom): überträgt alle 104 Spiele live, davon 44 exklusiv
- ARD und ZDF: zeigen 60 Spiele im Free-TV, darunter alle Spiele der deutschen Mannschaft, das Eröffnungsspiel, beide Halbfinals und das Finale
- Sky und DAZN: gehen bei dieser WM leer aus
Wenn Du das komplette Turnier zeigen willst, brauchst Du einen Business-Zugang zu MagentaTV. Wer nur die DFB-Spiele und die großen Partien übertragen möchte, kommt mit ARD und ZDF aus.
Achte bei Streaming-Abos auf eine gewerbliche Lizenz. Private Abos reichen für die öffentliche Ausstrahlung nicht aus. Teste Leitung und Ausgabe auf dem Bildschirm ein paar Tage vor dem ersten Spiel, idealerweise zur gleichen Tageszeit. Ein Ausfall zur Halbzeit ist der Worst Case.
GEMA-Gebühren zur WM 2026
Die GEMA-Gebühren gehören zum Public Viewing wie der Schiedsrichterpfiff zum Anstoß. Die Höhe richtet sich nach Bildschirmgröße, Veranstaltungstyp und Raumgröße.
Das solltest Du wissen:
- Bildschirme bis 106 cm Bilddiagonale: regulärer GEMA-Tarif FS, ca. 30 Euro für die WM-Monate Juni und Juli
- Großbildschirme und Leinwände über 106 cm: DEHOGA-Sondertarif Großbildschirm (speziell für Gastronomen) oder Tarif FS
- Realistische Spanne für Gastro-PV mit Leinwand: 30 bis 150 Euro GEMA, plus eventuelle kommunale Gebühren
Melde Dein Event rechtzeitig über das GEMA-Onlineportal an. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 5.000 Euro. Noch höhere Strafen sind bei unerlaubter Nutzung des öffentlichen Raums möglich.
Gute Vorbereitung spart Stress und Geld. Und das Turnier kannst Du selbst besser genießen.
Marketing über Social Media
Nutze die Reichweite von Instagram, Facebook und TikTok, um Dein Public Viewing ins Gespräch zu bringen. Poste in den Wochen vor dem Turnier regelmäßig: Vorbereitung der Leinwand, Test der Anlage, Entwurf der WM-Speisekarte. Das baut Vorfreude auf und macht Dein Lokal sichtbar.
Während der WM laufen Reels und TikTok-Clips besonders gut. Kurze Jubelszenen, Stimmungsvideos aus dem Biergarten, Reaktionen nach dem Siegtor. Das ist Content, den Menschen freiwillig weitertragen. Ein Facebook-Event für jeden Spieltag hilft bei der Planung, und mit kleinen Gewinnspielen (Tippspiel, Trikot-Verlosung) bindest Du Deine Community ins Geschehen ein.
Bleib authentisch. Eine wackelige Handy-Aufnahme mit echter Stimmung schlägt das beste Hochglanz-Video.
Speisen und Getränke
Lass die Küche machbar halten, aber sei bei Getränken gut sortiert. Während der Spiele bestellen Gäste vor allem Bier, alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Wasser. Plane großzügig ein.
Für die Speisen heißt es: schnell, fingerfreundlich, verlässlich. Bratwurst, Pommes, Burger, vegetarische und vegane Alternativen. Gib Deiner Karte einen WM-Touch mit Namen wie „Fan-Burger” oder „Torjäger-Pizza”, leg die Artikel direkt in Deinem Kassensystem an, dann tauchen sie auf Bon und Display genau so auf.
Bei Abend- und Nachtspielen verschiebt sich das Bestellverhalten. Gäste bleiben länger, trinken eher Longdrinks oder Cocktails, wollen Snacks statt Hauptgerichte. Plane ein Spätmenü mit Nachos, Wraps oder süßen Snacks fürs Elfmeterschießen.
Setze auf Mehrweggeschirr oder kompostierbare Verpackungen, das ist seit 2023 Pflicht im Außer-Haus-Verkauf und kommt bei Gästen ohnehin gut an.
Zahlungsabwicklung bei Andrang
Halbzeitpfiff, alle stehen gleichzeitig am Tresen. Genau da entscheidet sich, ob Dein Abend rund läuft oder ob es Frust gibt. Schnelle Kassenabläufe sind beim Public Viewing Gold wert.
Ein mobiler Kassenplatz nimmt Druck vom Hauptausschank. Mit Kartenzahlung auf dem Smartphone machst Du jedes Servicegerät zum Bezahlterminal und kassierst dort, wo der Gast gerade sitzt. Nach dem Abpfiff liefert Dir Dein Kassensystem die Tagesauswertung in Echtzeit. So siehst Du sofort, welche Spiele und Angebote besonders gut gelaufen sind, und kannst die nächsten WM-Tage daran ausrichten. Einen detaillierten Blick auf Umsatzentwicklung und Artikelrenner liefert Dir MY orderbird.
FAQ
Muss ich Public Viewing für die WM 2026 anmelden?
Ja. Auch wenn Du keine Lizenzgebühr zahlst, verlangt die FIFA eine Anmeldung über publicviewing.fifa.org. Zusätzlich informierst Du Dich bei Deiner Kommune über Genehmigungen für Außenbereich und Lautstärke.
Was kostet eine FIFA-Lizenz zur WM 2026?
Nicht-kommerzielles Public Viewing ist lizenzgebührenfrei, solange Du keinen Eintritt nimmst, kein Sponsoring durchführst und Deine normalen Preise berechnest. Kommerzielle Events sind kostenpflichtig, die Höhe hängt von Größe und Ausrichtung ab.
Wie hoch sind die GEMA-Gebühren?
Für einen TV-Bildschirm bis 106 cm rund 30 Euro für die WM-Monate. Mit Leinwand oder Großbildschirm zwischen 30 und 150 Euro, je nach Tarif und Größe.
Darf ich Spiele nach 22 Uhr im Freien zeigen?
Die Bundesregierung hat eine Public-Viewing-Verordnung beschlossen, die Kommunen Ausnahmen vom Lärmschutz erlaubt. Die konkrete Entscheidung trifft Deine Gemeinde. Frag beim Ordnungsamt nach, bevor Du planst.
Welche TV-Sender zeigen die WM 2026 in Deutschland?
MagentaTV überträgt alle 104 Spiele, davon 44 exklusiv. ARD und ZDF zeigen 60 Spiele inklusive aller DFB-Spiele, Eröffnung, Halbfinals und Finale. Sky und DAZN haben keine Rechte.
Wann sollte ich mit der Planung beginnen?
Jetzt. Die FIFA empfiehlt mindestens vier bis sechs Wochen Vorlauf, bei größeren Events drei Monate. Kommunale Genehmigungen können ähnlich lange dauern.
Fazit
Public Viewing ist die Chance, Deine Gastronomie zum Hotspot für Fußballfans zu machen. Mit der richtigen Planung, den nötigen Genehmigungen und kreativen Ideen begeisterst Du Deine Gäste und gewinnst neue Stammkunden. Bereite Dich früh vor, kläre alle Fristen, und genieße dann die Atmosphäre, die nur ein gemeinsames Fußballerlebnis schafft. So wird die WM 2026 auch für Dein Lokal ein voller Erfolg.

