Die ZEIT bezeichnete sie kürzlich als das “romantischste Lebensmittel des Vorratsschranks”. Wer jetzt an Champagner, Rosensorbet und Turteltauben denkt, ist auf der falschen Fährte – Gemeint ist die Haferflocke! Der Grund: Sie kann nicht allein sein und sehnt sich immer nach Gesellschaft. Auch Leandro, Anna und Levin wurden wie magisch von ihr angezogen und eröffneten 2014 ein Café, das nur der Haferflocke gewidmet ist: Der Haferkater. In der Nähe des Berliner Ostkreuzes bringen sie das gesunde, verdauliche und sättigende Superfood an alle gehetzten Großstädter. Ein rundes Konzept, das ihnen im letzten Jahr auch den Gastro-Gründerpreis 2015 bescherte. Im Interview verrät Gastro-Gründerin Anna Schubert, was das Team mit seinem Preisgeld angestellt hat und was die Drei noch alles aus Hafer zubereiten bzw. brauen wollen.

Was hat sich seit Eurem Gewinn beim Gastro-Gründerpreis für Euch verändert?

Der Preis hat für uns gewissermaßen das Ende unseres ersten Geschäftsjahres markiert. Damit war der Welpenschutz vorüber und die Versuchsphase abgeschlossen. Wir denken, dass wir den Großteil der für uns nötigen Daten gesammelt haben und das Gelernte jetzt anwenden können.

Welchen Preis konntet Ihr damals am besten gebrauchen?

Das Gespräch mit Jakob Schreyer und Cookie, unseren Mentoren, war für uns in vielerlei Hinsicht aufschlussreich. Wir haben Marketingtipps bekommen, gute Empfehlungen für die  Locationsuche und auch neue Informationen über die ins Kassensystem integrierte Warenwirtschaft. Es hat viel Spaß gemacht, von ihnen zu lernen. Dank des Preisgeldes von 5000 Euro konnten wir uns einen kleinen Innenraum bauen. Das ist natürlich auch ganz und gar nicht zu verachten! 😉

Was war die größte Hürde, die Ihr bei Eurer Gründung nehmen musstet?

Am kniffligsten für uns war der Prozess, das Konzept nicht zu verwässern und nicht jedes Produkt, was uns gerade gefiel, mit ins Sortiment zu nehmen. Mit der Zeit wurde uns dann immer klarer, in welche Richtung wir gehen wollen: wenige ausgewählte Produkte, die uns zu hundert Prozent entsprechen.

Auf der Intergastra tauschte sich Anna Schubert (Haferkater) u.a. mit Luisa Dlugay vom Stullenbüro über Erfolge und Bauchlandungen aus.

Was ist Euer ultimativer Tipp für Gastro-Gründer?

Lernt von anderen, aber lasst Euch nicht auf Eurem Weg beirren. Seid nicht so arrogant, zu glauben, dass Ihr innovativer oder schlicht besser seid. Ihr hattet einen guten Grund, Euer Konzept so auszuarbeiten, wie es nun steht. Bleibt trotzdem flexibel und hängt Euer Herz nicht an jede Kleinigkeit.

Wie schafft Ihr es den Haferbrei zum leckeren Porridge zu machen und sein Image aufzupolieren?

Unser Porridge ist so unglaublich gut, weil jede Etappe der Zubereitung für uns so enorm wichtig ist: Die Herkunft des Bio-Korns, der Mahlprozess, das Rösten, das Wasser mit all seinen Inhaltsstoffen und natürlich die Toppings, die wir immer wieder ergänzen und ausbauen. Das Image verbessert sich von selbst, wenn der Porridge besser schmeckt, als jede Variation, die du vorher probiert hast!

Im Interview mit Christian Rach und Jan-Peter Wulf vom nomyblog verraten Anna Schubert und Leandro Burguete woher der Name „Haferkater“ stammt

Wer ist der typische Porridge-Konsument: der gemütliche Frühstücksgenießer oder der verkaterte Partylöwe?

Es ist so schön, dass wir beides haben! Dass Porridge nicht ausgrenzt, sondern zusammenführt und so viele unterschiedliche Menschen anspricht. Trotzdem sind die meisten unserer Gäste um die Dreißig, aktiv, ernährungsbewusst und interessiert an neuen Foodkonzepten.

Wo geht’s denn in Zukunft hin? Wird es bald einen weiteren Haferkater geben?

In Berlin gibt es definitiv Platz für einen weiteren Haferkater. Dieser Platz muss nur noch gefunden werden…

Würdet Ihr noch einmal beim Gastro-Gründerpreis teilnehmen?

Auf jeden Fall! Wir hatten viel Spaß bei der Bewerbung, die Nachricht vom Gewinn hat uns fast umgehauen und wir sind sehr sehr dankbar für die Unterstützung.

Was kann man denn noch Spannendes aus Hafer machen?

Bier zum Beispiel. Das haben wir noch nie probiert, aber es steht definitiv auf der To-do-Liste, für den Kater vor dem Hafer… 😉

Übrigens: Bis zum 15. Juli 2016 könnt Ihr Euch noch für den Gastro-Gründerpreis bewerben!

Ihr wollt das gesunde Frühstück ebenfalls ausprobieren? Den Haferkater findet Ihr in der Boxhagener Str. 76, 10245 Berlin in der Nähe vom S-Bahnhof Ostkreuz. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 8.00 – 16.00 und Sonntag von 9.00 – 17.00

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