Dein Gastro-Konzept und der Businessplan stehen und nun soll es an die Umsetzung des eigenen Restaurants, der Bar oder des Cafés gehen? Los geht’s! In diesem Teil des orderbird Gastro-Gründer-Guides verraten wir Dir, was Du beachten musst, um zwischen den Gastroimmobilien das perfekte Objekt für Deine Gastronomie zu finden.

Teil III: Auf den Standort kommt es an – worauf bei Gastroimmobilien zu achten ist

Erfolgsgarant für eine Gastronomie ist neben Speisen und Getränken sowie einem ausgeklügelten Konzept vor allem das Restaurant selbst. Doch bei der Suche nach passenden Gastroimmobilien sind einige Punkte zu beachten: So spielen die Lage vom Restaurant, die Ausstattung sowie vertragliche Bedingungen der Immobilie eine entscheidende Rolle.

 

Die richtige Gastronomie-Immobilie – Lage und Standort als Erfolgsgarant

Im ersten Teil des orderbird Gastro-Gründer-Guides haben wir beschrieben, dass jedes Konzept eine genaue Analyse der Zielgruppe braucht. Ähnlich verhält es sich auch bei der Suche nach der passenden Gastroimmobilienfür Dein Restaurant. Schließlich sollte das eigene Konzept auch zur Lage passen. Anhand einiger Punkte lassen sich bereits Angebote vor Deiner Besichtigung von potentiellen Gastroimmobilien abklopfen. So prüfst Du, ob sie passen oder nicht:

  • Erreichbarkeit der Gastronomie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad und Auto
  • Parkplatzsituation vor Ort
  • Ruf und Image der Gegend (Szeneviertel, Problemgegend, Kiez mit
  • Potenzial?)
  • Zielgruppe vor Ort oder im näheren Umfeld
  • Konkurrenzsituation in der Nachbarschaft

Passt die Anzeige der Immobilie auf den ersten Blick, ist es ratsam sofort einen Besichtigungstermin mit dem Anbieter zu vereinbaren und vor Ort Details zu überprüfen. Gut ist es auch, wenn Du einen Partner zur Besichtigung mitnimmst. Vier Augen sehen mehr. Sprich am Ende kurz darüber, ob sich noch was am Angebot machen lässt. Natürlich mit Gefühl, denn eins ist sicher: Du bist nicht der Einzige, der auf Suche ist. Gastroimmobilien sind heiß begehrt.

Eine Gastroimmobilie mit Außenbereich

Ein sonniger Außenbereich lockt mehr Gäste

Auf der Sonnenseite stehen – kleine, aber feine Unterschiede

Es ist Sommer und die Sonne scheint. Alle Restaurants mit Außenbereich und sonnigem Plätzchen im Freien sind nun klar im Vorteil. Bei der Besichtigung von Gastroimmobilien macht es daher Sinn, auf die Details schon in der Anzeige zu achten. Selbst wenn der Italiener an der Ecke das teurere und zugleich qualitativ schlechtere Essen anbietet, mit einem Außenbereich mit Südausrichtung steht er im wahrsten Sinne des Wortes auf der Sonnenseite und in der Gunst der Gäste. Die Aufteilung der Gasträume sowie der Arbeits- und Lagerräume ist ebenfalls bedeutend. In unserer Checkliste “Gastro-Immobilien: Standort und Eigenschaften” findest Du eine Übersicht mit allen wichtigen Punkten zum Thema. Das hilft Dir, auf die kleinen, aber feinen Unterschiede beim Kauf zu achten.

Kauf, Miete oder Pacht? Unterschiede bei Gastroimmobilien

Sobald die richtige Immobilie für Deine Gastronomie gefunden ist, geht es um die Frage: kaufen, mieten oder pachten der Räumlichkeiten. Da vielen Gastro-Gründern oft das Geld fehlt, fällt der Kauf von Gastroimmobilien meistens aus. Stattdessen bleibt bei einer zeitweisen Überlassung der Immobilie die Miete oder die Pacht. Doch was ist besser? Entscheidender Unterschied zwischen den beiden Varianten ist, dass ein Pachtvertrag auch die sogenannte “Fruchtziehung” ermöglicht. Bei einem normalen Mietvertrag ist nur die Nutzung der Räumlichkeiten vom Restaurant erfasst. Ein Pachtvertrag hingegen, deckt zusätzliche Rechte ab wie beispielsweise die Nutzung von etwaigem Interieur und die damit verbundenen Vorteile (Fruchtziehung).

Für eine Gastro-Immobilie kann dies Inventar sein wie z.B. die Küche mitsamt Kühlschränken, Spülmaschine und Herd etc. Werden hingegen lediglich ein paar Regale in der Gastronomie überlassen, liegt der Fokus auf mietvertraglichen Elementen. Laut §§ 581 BGB stellt der Pachtvertrag einen eigenständigen Vertragstyp dar (§§ 581 BGB). Die rechtliche Ausgestaltung orientiert sich jedoch weitgehend am Mietrecht. Abweichungen ergeben sich lediglich bei der Kündigungsfrist und der für die Pacht nicht unüblichen Umsatzbeteiligung des Verpächters. Auch hier gilt, Fragen geht über Bezahlen. Frag die Besitzer der Gastroimmobilien gleich bei der Besichtigung, was alles im Preis enthalten ist.

Tisch, Stuhl und Bar in einer Gastronomie

Die Möbel sollten zum Konzept passen

Möbel, Interieur und Ausstattung: Design follows Function

Einige Gastroimmobilien, insbesondere Pachtobjekte, sind teilweise oder sogar komplett ausgestattet. Das kannst Du meist schon in der Anzeige erfahren. Dies bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Ist bereits eine professionelle Gastronomieküche vorhanden, wie es oft in Hotelimmobilien der Fall ist, ist dies insbesondere für Neugründungen von Vorteil. Die Küchenausstattung ist in der Regel recht kostspielig. Eine Kompletteinrichtung inklusive Mobiliar hingegen kann von Nachteil sein, da so die passgenaue Ausrichtung an das eigene Konzept erschwert wird. Grundlegend sollte bei der Erstausstattung und Einrichtung von Gastroimmobilien auf folgenden 4 Punkte geachtet werden:

 

  1. Qualität & Funktionalität der Innenausstattung und Möbel

Geiz ist in beim Interieur alles andere als geil. Denn insbesondere bei den Möbeln sollte nicht gespart werden, da sie ein Teil des Gasterlebnisses sind. Qualität hat auch hier ihren Preis und qualitativ minderwertige Möbel machen demnach optisch meist nicht viel her. Zudem ist auch ihre Haltbarkeit fraglich. Daher zu Beginn lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen und in Hinsicht auf Verarbeitung und Funktionalität qualitativ hochwertige Angebote suchen und als Einrichtung anschaffen. Natürlich gibt es auch hochwertige gebrauchte Möbel für den kleineren Geldbeutel.

 

  1. Qualität des Geschirrs

Auch Besteck, Teller, Gläser und Tassen sollten von hoher Qualität sein. Schließlich werden diese intensiv genutzt und das Stück Kuchen sieht auf einem Teller mit Sprung und abgeplatztem Rand gleich weniger appetitlich aus. Daher verhält es sich ähnlich wie bei den Möbeln: Besser einmal etwas mehr Geld ausgeben, anstatt ständig neu kaufen zu müssen.

 

Sich zu prostende Gäste in einer Gastronomie

Ohne ausreichend Geschirr funktioniert keine Gastro

  1. Konzept- und zielgruppentreue Einrichtung

Die Einrichtung sollte sich an der Zielgruppe und dem Konzept orientieren. Warum? Hier ein Beispiel: Rustikale Holzbänke mit blau-weiß-karierten Tischdecken passen besser in ein bayrisches Brauhaus als in ein französisches Restaurant mit Fokus auf Haute Cuisine. Der Gast verbindet mit der Einrichtung eine bestimmte Erwartung, denn der Besuch in einem Restaurant ist ein Gesamterlebnis, das nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell verwöhnt. Wie Konzept, Lage und Interieur ungewöhnlich kombiniert zusammenpassen, zeigt die originalgetreue Hamburger Kiezkneipe „Hallo Werner!“ in Augsburg. Ähnlich sieht es übrigens bei der Wahl zwischen den Gastroimmobilien aus. Ein Kellergewölbe eignet sich zum Beispiel mehr als Bierkeller als als Tortencafé. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel.

 

  1. Professionelle Küchen- und Thekenausstattung

Küche und Theke sind die Herzstücke jedes gastronomischen Betriebs. Hier sollte auf keinen Fall gespart werden. Insbesondere Spülmaschine, Herd, Backofen und Arbeitsflächen erfordern durch die intensive Nutzung eine professionelle Ausstattung. Du hast nicht das nötige Kleingeld, um diese Ausstattung neu zu erwerben? Online findest Du eine Vielzahl an gebrauchter Ausstattung. Das spart viel Geld.

 

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