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Mit Kreditkarte bezahlen: Kosten, Ablauf und Vorteile für Gastronomie und Handel

Wenn Deine Gäste mit Kreditkarte bezahlen, fällt für Dich nur eine Gebühr pro Zahlung an, meist zwischen 1 und 3 % des Betrags. Dafür kommen Touristen, Geschäftsreisende und alle Gäste, die kein Bargeld dabei haben, zu Dir statt zur Konkurrenz. Für Deine Gäste ist die Zahlung immer kostenlos und Du brauchst nur ein Kartenterminal oder ein Kassensystem mit integrierter Kartenzahlung.

In Deutschland wird zwar noch gut die Hälfte aller Einkäufe bar bezahlt, doch der Anteil sinkt deutlich. Laut Bundesbank waren es 2023 noch 51 % der Zahlungen, 2021 waren es 58 %. Gemessen am Umsatz liegt die Debitkarte inzwischen vorn. Und bei 80 % der Zahlungen vor Ort war Kartenzahlung bereits möglich. Hier erfährst Du, wie das Bezahlen mit Kreditkarte funktioniert, welche Gebühren für Kreditkarten anfallen und worauf Du achten solltest.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Für die Annahme von Kreditkarten brauchst Du ein NFC-fähiges Kartenterminal und einen Vertrag mit einem Zahlungsanbieter.

  • Die Gebühr für Kreditkartenzahlungen heißt Disagio und fällt pro Zahlung an. Es liegt meist zwischen etwa 1 und 3 % des Umsatzes.

  • Für private Kreditkarten aus der EU ist der Anteil der kartenausgebenden Bank seit 2015 auf 0,3 % gedeckelt. Amex, Firmenkarten und Karten außerhalb der EU sind teurer.

  • Deinen Gästen darfst Du für die Kreditkartenzahlung keinen Aufschlag berechnen.

  • Kontaktlos geht es ohne PIN bis 50 € pro Zahlung, auch mit Smartphone oder Smartwatch.

  • Eine Pflicht, Kartenzahlung anzubieten, gibt es noch nicht. Die Bundesregierung plant aber, dass Betriebe künftig mindestens eine digitale Zahlungsart anbieten müssen.

  • Mit orderbird zahlst Du ab 1,09 % pro Transaktion, ohne Grundgebühr.

Wie funktioniert das Bezahlen mit Kreditkarte?

Karte auflegen, fertig – für Deinen Gast dauert das ein, zwei Sekunden. Im Hintergrund sind dabei fünf Beteiligte im Spiel:

  • Dein Gast als Karteninhaber

  • Du mit Deinem Kartenterminal oder Kassensystem

  • Der Acquirer: Dein Zahlungsanbieter, mit dem Du den Vertrag zur Kartenakzeptanz hast. Er wickelt die Zahlungen für Dich ab und zahlt Dir das Geld aus.

  • Das Kartennetzwerk wie Visa oder Mastercard. Es verbindet die Banken weltweit und legt die Regeln fest.

  • Der Issuer: die Bank, die Deinem Gast die Karte ausgegeben hat

So läuft es ab: Dein Terminal schickt die Zahlungsanfrage an Deinen Zahlungsanbieter, der sie über das Kartennetzwerk an die Bank Deines Gastes weiterleitet. Diese prüft, ob die Karte gültig ist, ob der Verfügungsrahmen reicht und ob Anzeichen für Betrug vorliegen. Die Freigabe kommt auf demselben Weg zurück, Dein Terminal zeigt „Zahlung erfolgreich“. Das Geld landet erst später auf Deinem Konto, je nach Anbieter meist nach ein bis zwei Werktagen.

Was Du brauchst, damit Gäste mit Kreditkarte bezahlen können: ein Kartenterminal, das kontaktlose Zahlungen per NFC annimmt und einen Vertrag mit einem Zahlungsanbieter. Bei einem Kassensystem mit integrierter Kartenzahlung bekommst Du beides aus einer Hand und der Betrag wird automatisch von der Kasse ans Terminal übergeben.

Zahlen Gäste Gebühren, wenn sie mit Kreditkarte bezahlen?

Nein. Seit dem 13. Januar 2018 dürfen Händler in Deutschland für Zahlungen mit gängigen Kredit- und Debitkarten keinen Aufschlag mehr verlangen (§ 270a BGB). Bei Dir zahlt Dein Gast also nichts extra. Ob seine eigene Bank Gebühren berechnet, etwa eine Jahresgebühr oder ein Auslandseinsatzentgelt für Zahlungen in Fremdwährung, hängt allein von seinem Kartenvertrag ab und hat mit Dir nichts zu tun.

Kreditkarte, Debitkarte, Girocard: Was ist der Unterschied?

Für Deinen Gast liegt der Unterschied vor allem darin, wann das Geld vom Konto abgeht. Für Dich als Händler entscheidet die Kartenart, über welches Netz die Zahlung läuft und was sie Dich kostet.

Kreditkarte

Debitkarte (Visa Debit, Debit Mastercard)

Girocard (früher EC-Karte)

Abbuchung beim Gast

Gesammelt, meist einmal im Monat

Sofort vom Girokonto

Sofort vom Girokonto

Netz

Visa, Mastercard, Amex

Visa, Mastercard

Deutsches Girocard-System

Im Ausland nutzbar

Ja, weltweit

Ja, weltweit

Nur, wenn ein internationales Zweitlogo auf der Karte ist

Typische Nutzer

Touristen, Geschäftsreisende, Vielreisende

Kunden von Direkt- und zunehmend auch Filialbanken

Vor allem Kunden von Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken

Gut zu wissen: Seit Mitte 2023 geben Banken keine neuen Girocards mit Maestro-Funktion mehr aus. Viele ersetzen sie durch Debitkarten von Visa oder Mastercard oder setzen das Visa- bzw. Mastercard-Logo als Zweitfunktion auf die Girocard. Für Dich heißt das: Selbst Gäste, die keine klassische Kreditkarte besitzen, zahlen immer öfter über das Netz von Visa oder Mastercard. Ein Terminal, das nur Girocard annimmt, reicht deshalb nicht mehr aus.

Lohnt es sich, Gäste mit Kreditkarte bezahlen zu lassen?

In den meisten Fällen ja. Die Gebühr ist überschaubar und Du gewinnst Gäste, die ohne Kartenzahlung gar nicht erst reinkommen würden. Die wichtigsten Vorteile:

  • Neue Gäste: Touristen und Geschäftsreisende zahlen fast immer mit Kreditkarte, weil das in ihren Heimatländern Standard ist. Bietest Du sie nicht an, gehen sie zum Nachbarn.

  • Höhere Ausgaben pro Besuch: Wer mit Karte zahlt, ist nicht durch das Bargeld im Portemonnaie begrenzt. Das zweite Getränk oder das Dessert scheitert nicht am Kleingeld.

  • Mehr Trinkgeld: Wenn Dein Terminal die Trinkgeldeingabe direkt anbietet, geben Gäste oft mehr. Bei orderbird-Kunden stieg das Trinkgeld nach Einführung der Trinkgeldabfrage am Terminal im Schnitt um rund 60 %.

  • Schneller kassieren: Kontaktlos zahlen dauert nur wenige Sekunden. Kein Wechselgeld, kein Nachzählen, kürzere Wartezeiten zur Stoßzeit.

  • Weniger Bargeld im Betrieb: Weniger Kassendifferenzen, weniger Wege zur Bank, weniger Risiko bei Diebstahl.

  • Weniger Aufwand in der Buchhaltung: Ist das Terminal mit der Kasse verbunden, ist jede Zahlung automatisch der richtigen Rechnung zugeordnet.

Wo es sich besonders lohnt: in Innenstädten, an Bahnhöfen und in touristischen Lagen, bei Hotels und Restaurants mit Geschäftskunden und überall dort, wo die durchschnittliche Rechnung höher ist. Wie Trinkgeld per Karte steuerlich behandelt wird, liest Du in unserem Beitrag Muss Trinkgeld versteuert werden?

Welche Kreditkarten solltest Du akzeptieren?

Die drei großen Anbieter sind Visa, Mastercard und American Express.

  • Visa und Mastercard sind in Deutschland und weltweit am weitesten verbreitet. Sie solltest Du auf jeden Fall akzeptieren, auch weil viele Debitkarten über dieselben Netze laufen.

  • American Express ist in Deutschland seltener, bei Geschäftsreisenden und Gästen aus den USA aber beliebt. Amex ist ein Kartennetzwerk und Bank zugleich und berechnet Händlern oft höhere Gebühren. Ob es sich lohnt, hängt davon ab, wie viele Deiner Gäste Amex nutzen.

Dazu kommen digitale Wallets wie Apple Pay und Google Pay. Sie sind keine eigene Karte, sondern hinterlegen die Kredit- oder Debitkarte Deines Gastes auf dem Smartphone. Jedes Terminal, das kontaktlose Kartenzahlung annimmt, kann in der Regel auch Wallet-Zahlungen annehmen.

Kontaktlos mit Kreditkarte bezahlen: PIN, Smartphone und Sicherheit

Kontaktlos zahlen: Wann ist eine PIN nötig?

Die meisten Kreditkarten zahlen heute kontaktlos per NFC: Karte ans Terminal halten, fertig. Bis 50 € pro Zahlung braucht Dein Gast dafür in der Regel keine PIN. Nach mehreren kontaktlosen Zahlungen am Stück oder ab einer bestimmten Gesamtsumme fragt die Bank aus Sicherheitsgründen trotzdem einmal die PIN ab. Das ist normal und kein Fehler Deines Terminals. Mehr dazu in unserem Beitrag Kontaktlos bezahlen.

Bezahlen mit Smartphone und Smartwatch

Viele Gäste haben ihre Kreditkarte gar nicht mehr dabei, sondern zahlen mit Apple Pay oder Google Pay. Für Dich ist das eine ganz normale Kartenzahlung zu denselben Gebühren. Der Gast bestätigt die Zahlung per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Code auf seinem Gerät. Deshalb gilt hier meist auch keine 50-Euro-Grenze. Laut Bundesbank hat sich der Anteil mobiler Zahlungen an der Ladenkasse zwischen 2021 und 2023 auf 6 % verdreifacht.

Wie sicher ist Kreditkartenzahlung für Dich?

Sehr sicher, wenn Du ein zertifiziertes Terminal nutzt. Chip und NFC verschlüsseln die Kartendaten, sie lassen sich kaum kopieren. Kontaktloses Auslesen funktioniert nur über wenige Zentimeter. Und Du hast kein Bargeld, das verloren gehen oder falsch herausgegeben werden kann.

Ein Risiko solltest Du kennen: die Rückbuchung, auch Chargeback genannt. Reklamiert ein Gast eine Zahlung bei seiner Bank, etwa weil er sie nicht erkennt, kann das Geld zurückgebucht werden. Du hast dann die Möglichkeit, die Zahlung zu belegen. Hilfreich sind dabei ein Kassensystem, das jede Kartenzahlung automatisch mit der Rechnung verknüpft und ein Name auf der Kartenabrechnung, den Deine Gäste wiedererkennen.

Musst Du das Bezahlen mit Kreditkarte anbieten?

Stand heute: nein. In Deutschland gibt es keine Pflicht, Kredit- oder andere Karten anzunehmen. Wer nur Bargeld annimmt, verstößt gegen kein Gesetz.

Das soll sich ändern. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass Betriebe neben Bargeld schrittweise mindestens eine digitale Zahlungsoption anbieten sollen. Im September 2026 hat das Bundesfinanzministerium Eckpunkte dazu vorgestellt: Die Pflicht soll für Handel, Gastronomie und Dienstleister gelten, die vor Ort kassieren. Welche digitale Zahlungsart Du anbietest, sollst Du selbst entscheiden können, etwa Girocard, Debit- oder Kreditkarte. Ein Gesetzentwurf soll noch 2026 ins Kabinett, umgesetzt werden soll die Pflicht nach den bisherigen Plänen 2027. Beschlossen ist das noch nicht.

Unabhängig davon gilt: Bei 80 % der Zahlungen vor Ort war Kartenzahlung 2023 bereits möglich. Wer heute umstellt, ist vorbereitet und gewinnt schon jetzt die Gäste, die ohne Bargeld unterwegs sind.

Kreditkarten annehmen mit orderbird

Mit orderbird ist die Kartenzahlung direkt in Dein Kassensystem integriert. Du akzeptierst Visa, Mastercard, Girocard, Apple Pay und Google Pay, der Betrag wird automatisch von der Kasse ans Terminal übergeben und jede Zahlung ist mit der richtigen Rechnung verknüpft. Eine monatliche Grundgebühr gibt es nicht, Du zahlst nur, wenn tatsächlich mit Karte bezahlt wird.

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